Lange, lange ist es her seit dem letzten Post, doch nun ist die Zeit gekommen. Euer warten hat sich gelohnt. Dafür dass ihr solange gewartet habt wird dieser Post auch etwas länger. Er wird sehr lang sein ;)
Zu erst mal meine Rundmail einfach Past and Copy:
Hallo alle zusammen!
Etwas mehr als 3 Monate ist es nun her, dass ich Deutschland verlassen habe. Weihnachten steht vor der Tür. Und es weihnachtet sehr, jedoch bei weitem nicht so wie in Deutschland. Es ist einfach etwas komplett anderes. Weihnachten bei weit mehr als 30°C, das hat man nicht immer. Von daher ist die Stimmung auch ganz anders. Das vorweihnachtliche ist nur sehr schwach ausgeprägt. Adventszeit gibt es nicht, Plätzchen hab ich auch noch keine gesehen, sogar die so berühmten Lichterketten, die in den USA jedes Haus schmücken und in Deutschland jeden Vorgarten, sind praktisch nicht vorhanden. Ein paar Lichterketten gibt es in der Innenstadt, das ist alles, was ich bis jetzt gesehen habe. Immerhin haben wir nun 2 Plastik-Weihnachtsbäume hier im Hostel und auf Nachfrage, warum denn so wenig Lichterketten und Weihnachtszeugs überall sind, wurde mir gesagt: Es ist ein bisschen seltsam, da wo ich wohne haben wir Lichterketten und unsere Nachbarn auch, aber hier in der Stadt gibt es irgendwie nichts. Mal sehen, ich denke da kommt noch ein bisschen was. Trotzdem ist es etwas ganz besonders, wer hat denn schon mal Weihnachten in Australien bei 35° gefeiert? – abgesehen von den Australiern.
Die letzten 3 Monate waren anfangs recht kompliziert und schwierig, gefolgt von einigen schönen freien Tagen und Alltag.
Am 21. August 2009 ging es endlich los mit dem Projekt Australien. Ich konnte es kaum erwarten, in Australien anzukommen. Doch zuvor galt es, einen langen Flug und einen schönen, aber zu kurzen Aufenthalt in Singapur zu meistern.
Singapur ist eine Stadt, die nicht anders und abwechslungsreicher sein könnte. Es hat dort, egal wann man raus geht, 30°C+, in den den Häusern ist alles klimatisiert, Aber genauso wenig wie man an der Temperatur unterscheiden kann, welche Tageszeit es ist, genauso wenig kann man das an Hand der Menschenmengen beurteilen. In dem Stadtviertel, in dem wir übernachtet haben, saßen, egal zu welcher Tageszeit, sehr viele Menschen in den unzähligen Garküchen und Karaokebars.
Ganz anders, wie man es vielleicht von Singapur erwartet, war der Vorort nicht unbedingt der sauberste, nicht das sehr viel Müll rumlag. Es war mehr sehr staubig und unübersichtlich. Es gab viele kleine und größere Bazars, viele Fruchtstände und andere Stände, sowie alle 20 Meter einen Handystand.
Geht man hingegen in die Innenstadt wandelt sich das Bild. Die vielen kleinen Häuser und Hochhäuser werden durch unzählige Wolkenkratzer und Baukräne abgelöst. Die Straßen sind von farbigen und exotischen Blumen und Palmen gesäumt. Es gibt hier keine Garküchen oder klapprige Stände, stattdessen gibt es überall riesige Shoopingmalls. Man rennt von einer in die andere. Dazwischen gibt es Hotels und Büros. Da ist es,. wie man sich Singapur vorstellt. Die Innenstadt hat besonders viel Charme zur Nachtzeit, wenn alles erleuchtet ist.
Nach unserem kurzem Aufenthalt in Singapur, ging es weiter nach Perth. Alles in allem hat die Reise sehr gut geklappt und es gab praktisch keine Komplikationen (Christoph und Lukas wurde 3 Tage bevor wir losflogen von Airasia in ein anders Flugzeug gesteckt als geplant, jedoch konnten wir das am Schalter in Bangkok regeln)
Angekommen in Perth überrascht einen das doch etwas kühle Wetter. Die Abende im September waren wirklich sehr frisch und so haben unsere abendlichen Ausflüge oft recht früh geendet. Generell endet hier alles etwas früher. Clubs und Bars schließen teils sehr früh. Der einzigste Club, der donnerstags auf hat, schließt um 2 und auch Samstag schließen einige Clubs schon um 3 Uhr.
Viel schlimmer sind die Einkaufzeiten. Die Läden schließen um 5 Uhr Nachmittags, nur freitags haben sie bis 9 Uhr auf. Dafür haben alle Läden 7 Tage die Woche auf, was wirklich ein Segen ist.
Ich bin spät abends angekommen. Im Hostel hat man mich willkommen geheißen und mich ein paar Mitarbeitern vorgestellt. Bereits am nächsten Abend habe ich beim Barbecue mitgeholfen. Das Barbecue ist jede Woche donnerstags und es ist immer wieder schön es zu machen. Danach bin ich mit ein paar Deutschen ins Kino gegangen. Das zeigt, dass man hier sehr schnell Leute kennen lernt. Doch genauso schnell gehen sie leider auch wieder. Keiner von ihnen ist mehr hier, es gibt nur eine Handvoll die genau so lange hier im Hostel sind wie ich.
Die meisten davon sind meine Zimmergenossen. Da hätten wir unter anderem Herrmann the German, Madita, auch eine Deutsche, Ralf aus Schweden und Tim ein echter Australier. Herrmann arbeitet wie ich im Hostel, jedoch nur für Unterhalt. Insgesamt arbeiten derzeit 6 Deutsche im Hostel, von insgesamt 17 Mitarbeitern.
Meine Arbeit hier im Hostel besteht derzeit aus hauptsächlich Putzen und Hausmeistertätigkeiten. Ab und zu assistiere ich auch an der Rezeption oder an der Bar.
Aber das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Leider hatte ich noch nicht soviel Zeit um viele Ausflüge zu machen die länger als ein Tag dauern. Es ist schwer für mich, solche Ausflüge zu machen, da wir oft nur 1 Tag am Stück frei bekommen.
Doch auch wenn man nur ein Tag frei hat, kann man schöne Ausflüge machen. Mein schönster Ausflug bis jetzt war, als ich auf die Insel Rottnest gegangen bin.
Diese Insel liegt ungefähr 30 Km vor der Küste Australiens. Die Insel ist nicht unbedingt groß, dafür aber wunderschön. Früh morgens habe ich mich auf den Weg nach Fremantle gemacht. Von dort legt die Fähre nach Rottnest Island ab. Nach einer halben Stunde Schifffahrt ist man auch schon in Rottnest Island. Dort angekommen habe ich mir als erstes ein Fahrrad gemietet und mich auf Erkundungstour begeben. Immer schön an der Küste entlang. Das kristallklare und türkisfarbene Wasser sieht wunderschön aus und lädt zum Baden ein. Zusammen mit dem wolkenlosen blauen Himmel und der feurig gelben Sonne ein perfekter Tag. Nach einer Weile Fahrradfahren bin ich an einen wunderschönen Strand gegangen und habe mir in dem nicht all zu tiefen Wasser eine kurze Pause gegönnt.
Doch das beste an dem Tag waren die Oliver Hills, ein alter kleiner Bunker auf einem Berg mit einer großen Kanone auf dem Dach, die dazu diente feindliche Schiffe im 2. Weltkrieg, welche sich der Australischen Küste näherten, abzuwehren. Doch nicht die Kanone war das Aufregende, sondern die fantastische Aussicht. Hier und da sieht man ein paar Jachten, die Wolkenkratzer von Perth im Hintergrund und im Vordergrund kleine wunderschöne Seen.
Quokka – das ist nicht nur eine Australische Zeitschrift, in der man ein Haufen 2. Hand- Gegenstände kaufen kann, es sind auch kleine Tierchen, die aussehen wie riesige Ratten, die jedoch auf wundersame Weise niedlich sind und man nur auf Rottnest Island findet. Es war bereits später Nachmittag und ich hatte bis jetzt noch keine gesehen. Doch wie das Schicksal es wollte, sah ich einige in der kleinen Stadt, in der sich die Urlauber, die auf der Insel Ferien machen, versorgen. Die riesigen Ratten liefen einfach zwischen den Kleiderständern und unter den Tischen herum und aßen das heruntergefallene Essen oder sie versuchten meine Serviette zu essen, was ein sehr niedliches Bild ergab.
Als ich angefangen habe den Bericht zu schreiben war es vor Weihnachten. Doch nun ist die Zeit gekommen und es ist Weihnachten. Frohe Weihnachten! Weihnachten war nun nicht sehr außergeöhnlich, eher wie jeder ander Tag. Doch die letzten Tage waren wunderschön. Wir haben einen kleinen Trip nach Albany gemacht und sind dann an der Küste zurück gefahren. So schöne Strände, unglaublich. Das waren ein paar sehr schöne Tage in denen ich mich mal wie ein Backpacker gefühlt habe ^^
Aber hier sehr selbst:
Zurück in Northbridge beginnt der Alltag und die Arbeit wieder.
Grüße ,
Euer Martin aus dem fernen Australien.
Wow! Cooles Projekt und interessante Beschreibung - lohnt sich immer, bei Auslandsaufenthalten ein Reisetagebuch zu veröffentlichen ;)
AntwortenLöschenAber ich finde es besonders interessant, weil ich auch plane dann wegen Work&Travel auch nach Australien zu gehen.